Bewertung

Leistung ist zunächst etwas, was jedes Kind in seiner individuellen Arbeit im Unterricht vollzieht. Die Bewertung dieser Leistung ist sowohl auf der Ebene der persönlichen Lernentwicklung zu betrachten als auch auf die Ebene der Kompetenzorientierung (Rahmenlehrplan Berlin) zu beziehen. Durch die eigene schulische Erfahrung sei anzunehmen, dass Eltern beim Begriff „Leistung“ mit demselben Verständnis sprechen. Doch insbesondere im Sinne Maria Montessoris erfährt der Begriff ein anderes Verständnis. Sie nutzte diesen Begriff selbst nicht, sondern sprach von der Arbeit des Kindes, die durch intrinsische Motivation des Kindes geleitet werden soll. In diesem Sinne leistet ein Kind, da es arbeitet. 

Denkt man diesen Gedanken weiter, so gibt es bei Maria Montessori keine Noten, sondern eine Lernentwicklung, die als solche schon eine Leistungsfähigkeit innehat. Dennoch beinhaltet der Begriff der Leistungsbeurteilung unserer Schule auch die Vorgaben des Rahmenlehrplans sowie Verfahren der Leistungsbewertung.  

In unserem Leistungskonzept werden folglich die Anliegen Maria Montessoris, die beobachtbare Lernentwicklung zu beschreiben und diese als Leistungswillen zu verstehen sowie die Anliegen der Kompetenzerwartung nach Rahmenlehrplan miteinander verbunden. 

Die Bandbreite der Leistungsbeurteilung reicht von der Beschreibung der Lernentwicklung (ohne Noten in den Jahrgängen 1, 2, 3 und 4) bis hin zur Benotung mit Zensuren ab dem Jahrgang 5. Verbindendes Element über alle Jahrgänge und Fächer ist die Rückmeldung der Lern- und Leistungsentwicklung eines Kindes an seine Eltern bzw.  Erziehungsberechtigten in schriftlicher oder mündlicher Form, die ebenso Rückmeldungen über Fördermaßnahmen mit einbezieht. 

Rückmeldungsformen:

Jahrgänge 1, 2, 3 und 3

Eine schriftliche Beurteilung erfolgt über die verbale Beurteilung am Ende des Schuljahres in Form von Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten, sowie Hinweisen zu den Lernbereichen bzw. den Fächern des Kindes; Leistungsnoten sind nicht Bestandteil des Zeugnisses. Zudem finden zum Halbjahr zusammen mit den Eltern, und ab spätestens Klasse 2 mit den SchülerInnen, Lernentwicklungsgespräche statt. Hierfür haben wir einen Gesprächsablauf entwickelt mit dessen Hilfe alle Beteiligten ihre Sicht zum Kind erörtern können. Zu jedem Zeugnis schätzen unsere Schüler*innen ihre Leistungen selbst ein, um die Personalkompetenz zu fördern.

Jahrgänge 4, 5 und 6

Innerhalb der altersgemischten Lerngruppen 4 bis 6 gibt es unterschiedliche Dokumentationsformen:

  • Die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 4 erhalten zum Ende des Schuljahres ein verbales Zeugnis zur Lern- und Kompetenzentwicklung sowie in den Jahrgängen 1 bis 3.
  • Zum Ende des ersten Halbjahres finden für diese Jahrgangsstufe verbindliche Elterngespräche statt, an denen auch die SchülerInnen teilnehmen. Diese werden schriftlich dokumentiert.
  • Die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 5 und 6 erhalten zum Halbjahr und zum Ende des Schuljahres Notenzeugnisse.

Die Arbeit des Kindes ist in unserer Schule das tragende Element für die Leistungsbewertung. Zunächst jedoch geht der Bewertung durch die Lehrkräfte deren Beobachtung des Kindes voraus. Diese muss stetig und strukturiert dokumentiert werden. Dafür nutzen die Lehrkräfte Kompetenzpläne, die auf Basis der besonderen Erfordernisse der Montessori-Pädagogik erstellt wurden und in Elterngesprächen sowie beim Verfassen der verbalen Beurteilung die Basis der Bewertung bzw. Rückmeldung bilden.